Der Beruf Kraftfahrer! Was ist anders geworden?

Anna Palluch 19.12.2016

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Es gibt eine gute Nachricht – der Beruf als Kraftfahrer verzeichnet einen Wachstum. Es entscheiden sich mehr Menschen dazu, diesen Beruf auszuüben. Der Anstieg um 1,6% auf insgesamt 550 000 Berufskraftfahrer, im Vergleich zum Vorjahr, lässt positiv in die Zukunft blicken. An Hand der Analyse des Bundesamt für Güterverkehr (BAG), haben wir uns diesen Beruf näher angesehen.

Der größte Anteil an Beschäftigten in dieser Branche sind natürlich Männer, die mit 98,4% aller beschäftigten, den klaren Vorsprung vor Frauen halten. Die meisten Fahrer sind im Alter von 25 bis 55 Jahre, danach folgt die ältere Altersgruppe – von 55 bis 65 Jahre, die insgesamt 24,4% aller Berufskraftfahrer ausmachen. Eine sehr positive Resonanz konnte man in der Bildung feststellen, da 68% einen Bildungsabschluss vorweisen konnten.

Wie haben sich die Anforderungen verändert?

Die Anforderungen an den Beruf Kraftfahrer haben sich durch die Jahre erheblich verändert. Die Arbeitgeber legen einen hohen Wert auf die Stressresistenz und Kompetenzen aus der Kategorie Soft-Skills. Sie wurden in über 60% der Stellenanzeigen als besonders wichtig angezeigt. Soft-Skills werden Eigenschaften u.a. wie Verlässlichkeit und  Genauigkeit bezeichnet und wurden besonders häufig von Arbeitgebern erwähnt. Zusätzlich werden Kenntnisse aus der Ladungssicherheit doppelt so oft angefragt als noch in den Jahren davor.

Was für Neuerungen gibt es in dem Beruf?

Eine große Auswirkung auf den Beruf hatte auch die Digitalisierung. Fahrer müssen, seit der sich immer mehr entwickelnden Digitalisierung im Straßengütertransport, sich mit den neuesten Technologien bekannt machen. Diese Fortschritte haben deren positive und negativen Auswirkungen auf den Beruf. Es ist eine Erleichterung für den Berufskraftfahrer, der die Routen effizienter planen kann, elektronisch Ladungen/Entladungen erfassen kann etc. Auf der anderen Seite, werden dem Fahrer Kompetenzen weggenommen und er steht immer unter genauer Kontrolle. 

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Wie man auf der Grafik sehen kann, ist die Bedienung von Tachographen ist in allen Unternehmen relevant. Mehr als 80% der befragten haben auch bereits ein Telematik-System integriert. Die Fahrer weisen keine Probleme auf, sich mit diesen Technologien zu arrangieren. Nichtsdestotrotz, wird durch diese Systeme die Kontrolle verschärft. Die Kommunikation mit dem Chef, sowie mit anderen Geschäftspartnern, wird im größten Teil digital abgefertigt und dadurch immer mehr unpersönlich. Durch die Telematik, kann man das Fahrzeug und auch den Fahrer besser kontrollieren, was die Berufskraftfahrer erheblich unter Druck setzten kann. 

Verkehrsverstöße

In der Transportbranche wächst der Wettbewerb täglich. Die Fahrer und Disponenten stehen unter akutem Zeitdruck, was die Einhaltung von Vorschriften nicht gerade vereinfacht. Die hohe Transparenz und digitale Kontrollmöglichkeiten zwingen Unternehmen oft in die Knie. Der BAG stellte in diesem Jahr eine Steigerung in Verstößen im Personalrecht von 1,6% fest. Die Tabelle zeigt die entwicklung alles Verstöße von 2005 bis 2015. Man konnte eine Rückgang in den Verstoßen, die gegen die Vorschriftliche Lenk-und Ruhezeit gelten. Jedoch stiegen die Verstoße, die unter  „Nicht/Nicht ordnungsgemäße Verwendung von Schaublättern/Fahrerkarte“ fallen, deutlich an. statistik

Quelle: BAG

Die Vergütung

Schon seit einer längeren Zeit kann man eine positive Entwicklung in der Vergütung der Berufskraftfahrer verbuchen. Auch wenn die meisten Logistikunternehmen nicht tarifgebunden sind, steigt die Vergütung in der gesamten Branche an. Es wird für Leistungsstärke gezahlt, d.h. wirtschaftliches Fahren, Pünktlichkeit und allgemeine Zuverlässlichkeit. Durch den Arbeitskräftemangel auf dem Markt ist der Kampf um gute Mitarbeiter desto höher und wird außer der monetären Erhöhungen auch  mit sozialen Zusatzleistungen wie Altersvorsorge, Gesunheitscheck etc.

Wir hoffen, dass der Beruf Kraftfahrer sich dank zahlreicher positiven Entwicklungen wieder an steigendem Interesse erfreuen kann und vor allem junge Menschen auch anziehen kann. Viele Initiativen setzten sich für das Wohlbefinden der Berufskraftfahrer ein, z.B. TruckersLife, um den Arbeitsalltag angenehmen zu gestalten.