Transport 4.0 – wie unterstützt diese Technologie die Transportunternehmen?

Anna Palluch 31.10.2018

Kann der Transport im 21. Jahrhundert ohne moderne Technologien funktionieren? Stellen Sie sich eine Firma vor, die keine Telematik anwendet und sich mit Geschäftspartnern ausschließlich per Telefon und Fax verständigt. Nutzung von integrierten Online-Tools, die den Datenaustausch in Echtzeit gewährleisten, sind heutzutage notwendig. 

Auftragsmanagement im Stil von 4.0

Viele Transportunternehmen verwalten Aufträge immer noch mit traditionellen Tools, wie Excel-Tabellen.

Excel ist für die Erstellung von Berichten oder eigener Bedürfnisse nützlich. Dies verursacht jedoch, dass eine Menge Informationen in den Computern von einzelnen Personen sind– bemerkt Agnieszka Nikiel, Expert im Bereich neuer Technologien in Trans.eu Group S.A. – In einem Transportunternehmen ist ein schneller Informationsaustausch ein Muss. Excel-Dokumente werden erstellt, ausgefüllt und an eine konkrete Person verschickt. Oft bedürfen solche Dateien einer laufenden Aktualisierung, was bedeutet, dass sie an Empfänger zurückgeschickt werden müssen. Der Prozess wird immer länger und immer komplizierter. Ein solches Verfahren im Unternehmen stimmt nicht mit den Voraussetzungen der Logistik 4.0 überein – fast die Spezialistin zusammen.

Mangelhafte Integration zwischen den Systemen der Partner führt zur Entstehung von Dateninseln (eng. data islands), also Sammlungen von Informationen in einem Gerät. Dies verursacht zum Beispiel, dass der Verlader, der keinen Zugang zum Kalender der Flotte des Transportunternehmens in Echtyeit hat, potenzielle Auftragnehmer persönlich kontaktieren muss, um zu bestimmen, ob einer von ihnen seine Ladung übernehmen kann. Für Verlader bedeutet eine solche Situation Zeitverlust. Für Transportunternehmen, das über freie Fahrzeuge verfügt – eine verlorene Chance die jeweiligen Ladung zu übernehmen. 

Moderne Datenwolken (eng. cloud computing) verändern völlig die Art und Weise der Datenverarbeitung und der Übertragung. Nutzung dieser Systeme bedarf nur Internetzugriff. Die Nutzer haben Möglichkeit, Informationen in das System gleichzeitig einzutragen und Daten laufend zu aktualisieren und archivieren. So funktioniert z.B. Dropbox oder Google Drive.

Algorithmen, die den besten Geschäftspartner finden

Auf die Technologie des Cloud Computing stützen sich auch innovative Logistikplattformen. Sie ermöglichen u.a. automatische Rechnungsstellung oder Integration mit der Telematik, was den Überblick über den Status der Aufträge gibt und die Überwachung eines Fahrzeuges durch den Verlader ermöglicht (für den über die Ladung eine sichere Lieferkette definiert). Wie spiegelt es sich in der Arbeit des Unternehmens wider?

Es handelt sich vor allem um Automatisierung manueller Prozesse. Dank der Technologie vermeiden wir unnötiges Abtippen oder manuelle Übergabe von Daten und führen wiederholbare Tätigkeiten in einem Prozess durch – sagt Agnieszka Nikiel. – Laufende Einsicht in Daten ermöglicht ihre Analyse, also eine bessere Planung und eine schnellere Reaktion bei Bedarf.

Logistikplattformen, die sich auf Algorithmen stützen, werden so entwickelt, dass das System die Präferenzen des Nutzers auf Basis seiner Aktivität selbständig „lernt“. In der Praxis bedeutet das, dass die einzelnen Tätigkeiten des Transportunternehmens durch das System analysiert werden, um ihm künftig solche Verlader anzubieten, deren Ladungen an seine Flotte angepasst sind. Das Transportunternehmen verliert somit keine Zeit für die Kundensuche – sie melden sich bei ihm selbst.

Datensicherheit in einer Cloud

Ein Teil von Unternehmen möchte die Cloud-Lösungen aus Sicherheitsgründen nicht anwenden. Das ergibt sich aus der Meinung, dass die Wolke ein Raum ohne Kontrolle ist. Weiterleitung von Informationen erfolgt jedoch in einem gut absicherten Online-System im Rahmen einer engen Gruppe. Die Funktion der Systeme auf den modernen Logistikplattformen erläutert Paweł Dżumaga, Expert im Bereich der technischen Kundenunterstützung in Trans.eu Group S.A.:

Zugang zu Daten über die Flotte des Transportunternehmens haben ausschließlich Personen, denen das Transportunternehmen solche Informationen zur Verfügung stellt, und der Plattformadministrator – erklärt der Expert. – Wenn solche Daten im Rahmen eines Transportauftrags zur Verfügung gestellt werden, können sie an alle Teilnehmer des jeweiligen Auftrags weitergeleitet werden. Darüber entscheiden jedoch die am Auftrag teilnehmenden Personen.

Die im System eingetragenen Informationen werden auf eine solche Art und Weise kodiert, dass es nicht identifizierbar ist, zu welchem Unternehmen sie gehören, wenn sie sich in einer Wolke befinden.

Im System werden nur Schlüsselinformationen gespeichert und zwar ohne Kontext. Die restliche Informationen werden gelöscht – erklärt Paweł Dżumaga. – Eine andere Art und Weise des Datenschutzes ist ein nicht standardmäßiges ID, das eine eindeutige Identifizierung der Firma erschwert.

Im Transport ist die Anwendung der Technologie Cloud-Computing immer populärer. Die Anwendung dieser Tools beweist nicht mehr Innovationskraft, sondern ist eine Bedingung für die Aufrechterhaltung einer bedeutenden Position auf dem Markt. Immer mehr Unternehmen arbeiten „im Cloud“ und erwartet dasselbe von seinen Geschäftspartnern. Einbeziehung der Technologie in den ganzen Transportprozess verursacht, dass die Lieferkette immer transparenter wird und ihre Parteien ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt verbessern können.