ESG-Reporting im Straßentransport

ESG-Reporting im Straßentransport

Einer der zentralen Pfeiler der nachhaltigen Entwicklungsstrategie der EU ist ESG. In der Logistik — wie auch in anderen Bereichen der Wirtschaft — bringen neue Vorschriften neue Pflichten für Unternehmen mit sich. Dazu gehört unter…

Einer der zentralen Pfeiler der nachhaltigen Entwicklungsstrategie der EU ist ESG. In der Logistik — wie auch in anderen Bereichen der Wirtschaft — bringen neue Vorschriften neue Pflichten für Unternehmen mit sich. Dazu gehört unter anderem das Reporting. Erfahren Sie, was ein ESG-Bericht im Straßen transport enthalten sollte.

ESG – was ist das?

EU-Nachhaltigkeitsvorgaben verpflichten Unternehmen dazu, eine ESG-Strategie zu entwickeln. Was bedeutet das? Der Name leitet sich von den Anfangsbuchstaben der englischen Begriffe ab:

  • E (environmental) – Umwelt,
  • S (social responsibility) – gesellschaftliche Verantwortung (Corporate Social Responsibility),
  • G (corporate governance) – Unternehmensführung (Corporate Governance).

Um das Thema etwas tiefer zu verstehen, hilft es, den Kontext von ESG zu kennen. Das Akronym steht für die zentralen Handlungsfelder einer verantwortungsvollen Unternehmensführung. Da das Reporting für Unternehmen verpflichtend eingeführt wurde, soll es Informationen über Maßnahmen liefern, die eine nachhaltige Entwicklung unterstützen. Ein ESG-Bericht in der Logistik — und in jeder anderen Branche — ist jedoch nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern auch ein Kommunikationsinstrument gegenüber externen Stakeholdern wie Kunden, Investoren oder Subunternehmern. Die im Bericht enthaltenen Informationen ermöglichen es, die Auswirkungen eines Unternehmens auf Umwelt und Gesellschaft zu bewerten.

Was umfasst ESG?

ESG-Reporting im Transport (auch Nachhaltigkeitsberichterstattung genannt) bedeutet, Berichte zu erstellen, in denen der Frachtführer beschreibt, wie sich seine Tätigkeit auf drei Bereiche auswirkt:

  1. Environmental – dieser Bereich umfasst alles rund um Umweltauswirkungen und Umweltschutz. Ein ESG-Bericht im Transport sollte unter anderem Informationen zu Treibhausgasemissionen, zum Management des Verbrauchs natürlicher Ressourcen sowie zur Abfallwirtschaft enthalten.
  2. Social – dieser Teil des ESG -Berichts umfasst unter anderem Beschäftigungs- und Personalpolitik, Arbeitnehmerrechte, Arbeitssicherheit, Kundenbeziehungsmanagement sowie das gesellschaftliche Engagement des Unternehmens.
  3. Governance – ein ESG-Bericht im Transport sollte Informationen zur Führungs- und Managementstruktur (Zusammensetzung und Aufgaben des Vorstands/der Geschäftsleitung), zu internen Kontrollsystemen, zur Transparenz der Geschäftstätigkeit, zu Geschäftsethik sowie zur Anti-Korruptionsrichtlinie enthalten. 

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Was bedeutet ESG in der Logistik? Vorteile

Eine ESG-Strategie in der Logistik hilft nicht nur dabei, gesetzliche Pflichten zu erfüllen, sondern unterstützt auch den Aufbau eines starken, positiven Unternehmensimages. Das Teilen konkreter nichtfinanzieller Daten erhöht die Transparenz des Unternehmens, was häufig das Vertrauen von Investoren, Kunden und Mitarbeitenden stärkt. ESG in der Logistik macht es außerdem leichter, Risiken und Chancen eines Unternehmens in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung zu bewerten. 

Welche weiteren Auswirkungen hat ESG? Beispiele wie Reputation und Wettbewerbsfähigkeit sind besonders relevant, denn berichtende Unternehmen werden häufig als verantwortungsvoller und stärker auf nachhaltige Entwicklung ausgerichtet wahrgenommen. Informationen über die Auswirkungen eines Unternehmens auf Gesellschaft und Umwelt können zudem den Zugang zu Kapital für weiteres Wachstum positiv beeinflussen.

Ab wann wird ESG-Reporting verpflichtend?

Im Juni 2025 wurden Deregulierungsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem ESG-Reporting eingeführt. Ab wann und nach welchen Regeln werden Berichte verpflichtend? Die Änderungen betreffen nur große, mittlere und kleine Unternehmen, da die größten Unternehmen (mit mehr als 500 Beschäftigten) bereits seit 2024 verpflichtet sind, ESG in der Logistik und anderen Branchen zu berichten.

Nach den ursprünglichen Regelungen sollten große Unternehmen — also solche mit mehr als 250 Beschäftigten — ab 2026 der Berichtspflicht unterliegen (wobei der Bericht Daten für das Geschäftsjahr 2025 enthalten sollte). Diese Frist wurde um zwei Jahre verschoben. Das bedeutet, dass große Unternehmen ESG -Berichte erst ab 2028 (Daten für 2027) einreichen müssen.

Auch die Frist für die Einführung der verpflichtenden ESG -Berichterstattung für kleine (mehr als 10 Beschäftigte) und mittlere Unternehmen (50 bis 250 Beschäftigte) wurde angepasst; ursprünglich war 2027 vorgesehen. Letztlich wurde die Frist auf 2029 festgelegt, was bedeutet, dass der Bericht Daten aus 2028 enthalten muss. 

Die eingeführten Änderungen geben Unternehmen mehr Zeit, sich besser auf die Pflicht zur Einreichung von ESG-Berichten vorzubereiten. Nachhaltige Entwicklung bedeutet in diesem Zusammenhang nicht nur, eine überhastete Umsetzung zu vermeiden, sondern auch die Möglichkeit, Standards und Best Practices schrittweise zu entwickeln. Das erleichtert die Einhaltung der EU-Vorgaben, verbessert die Transparenz und stärkt das Vertrauen von Kunden und Investoren.

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